Zürich · Switzerland
Eden Kitchen: Stunning Lake View, but the Wine Falls Short
Eden Kitchen: Stunning Lake View, but the Wine Falls Short
Eden Kitchen & BarRestaurant
Food
3.0
Service
2.0
Ambiance
3.0
Wine list
4.0
4.7
266 ratings
🕐 Opening hours ▾
- Monday: 6:30 am – 11:00 pm
- Tuesday: 6:30 am – 11:00 pm
- Wednesday: 6:30 am – 11:00 pm
- Thursday: 6:30 am – 11:00 pm
- Friday: 6:30 am – 11:00 pm
- Saturday: 6:30 am – 11:00 pm
- Sunday: 6:30 am – 11:00 pm
Highlights
- ✦Lake view
- ✦Casual chic
- ✦Wine list
Lowlights
- ▾Wine margins naughty
- ▾Terrible wine service
Nou nou, Zürich. Schickes Pflaster, schöne Aussicht – und gestern ging es für mich ins Eden Kitchen & Bar direkt am See.
Ich muss sagen: Die Organisation war wirklich top. Die telefonische Reservierung? Super professionell. Der Empfang? Ein junger Herr, so freundlich, dass man sich sofort willkommen fühlt. Zuerst bekamen wir einen Tisch, doch kurze Zeit später wurde uns ganz aufmerksam ein noch schönerer Platz angeboten. Solche Details machen Freude.
Das Setting ist wunderschön. Man blickt direkt in die offene Küche – ich liebe diese Energie! Am Sonntag gibt es offenbar eine etwas kleinere Karte. Als Vorspeise hatte ich das Ceviche, meine Partnerin den Tomatensalat. Und da beginnt der "Koch" in mir nachzudenken: Die Tomaten waren gut, aber eben nicht diese aromatischen Geschmacksbomben aus Grossmutters Garten, die man sich erhofft. Auch das Ceviche hätte von etwas mehr Präzision profitiert – ein Hauch mehr Salz, etwas mehr Frische und Säure sowie etwas mehr Balance hätten das Gericht auf ein ganz anderes Niveau gehoben.
Bei den Hauptgängen setzte sich dieses Bild fort. Mein Roastbeef war solide, aber die Baby-Artischocken meiner Partnerin schwammen in etwas zu viel Öl. Schade, denn so geht der feine Eigengeschmack der Artischocken etwas verloren. Alles war handwerklich sauber zubereitet, doch für das ganz grosse kulinarische Kino fehlte mir an diesem Sonntag ein wenig Präzision. Vielleicht war es einfach nicht der Tag, an dem die Küche ihre absolute Höchstform erreicht hat.
Jetzt aber zu meinem Lieblingsthema: dem Wein. Die Weinkarte ist gut, die Kalkulationen allerdings sportlich – selbst für Zürcher Verhältnisse sind einige Margen ziemlich ambitioniert.
Und beim Weinservice fehlte leider genau der Feinschliff, den man in dieser Kategorie erwartet. Die Gläser rochen zunächst nicht ganz sauber, und am Ende mussten wir unsere Flasche Penfolds Grange 2014 selbst nachschenken, weil niemand mehr an den Tisch kam.
Noch wichtiger: Der Wein wurde nicht mit der Liebe und Sorgfalt serviert, die man auf diesem Niveau erwarten darf. Ich hätte mir gewünscht, dass die beiden Gläser nach meinem Wunsch eingeschenkt, die Flasche fachgerecht dekantiert und dabei mit grösster Sorgfalt gearbeitet worden wäre. Stattdessen blieb so viel Depot in der Karaffe zurück, dass ich es fast in den Schrebergarten als Kompost hätte bringen können.
Gerade bei einem gereiften Wein mit entsprechendem Depot gibt es deutlich elegantere und präzisere Möglichkeiten des Dekantierens und Servierens. Genau diese kleinen Details unterscheiden einen guten Weinservice von einem grossartigen.
Ein kleiner Tipp – und wirklich als Kompliment gemeint: Der Sommelier des Restaurants Flore in Amsterdam gehört für mich zu den Besten seines Fachs. Seine Ruhe, Präzision und Wertschätzung für grosse Weine machen jede Flasche zu einem Erlebnis. Vielleicht wäre ein Pop-up oder ein gemeinsamer Abend in Zürich gar keine schlechte Idee. Davon könnten selbst sehr gute Häuser noch die eine oder andere Inspiration mitnehmen.
Und ja – auch uns ist ein kleines Missgeschick passiert. Eines der Champagnergläser wurde von der Servicekraft versehentlich umgestossen, zerbrach und ein guter Teil des Champagners fand den Weg auf meine Hose. So etwas passiert überall dort, wo Menschen arbeiten. Fehler gehören dazu. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Und genau das wurde ausgesprochen elegant gelöst. Die Mitarbeiterin entschuldigte sich herzlich und professionell, sodass die Situation für uns überhaupt kein Problem mehr war.
Aber ich will nicht nur meckern. Die Desserts waren sehr gelungen, die Käseauswahl grosszügig, und auch als ich den Weinservice ansprach, reagierte das Team ausgesprochen verständnisvoll. Wasser und ein Glas Champagner gingen aufs Haus – eine sympathische und grosszügige Geste, die zeigt, dass man Feedback ernst nimmt.
Genau deshalb fällt mein Fazit gemischt aus. Die kleinen Schwächen lagen für mich weniger beim eigentlichen Service, sondern vielmehr in der Küche und insbesondere beim Weinservice. Das ist schade, denn ich wollte das Eden schon seit sehr langer Zeit besuchen und hatte mich wirklich auf diesen Abend gefreut.
Am Ende bleibt ein schöner Abend an einer grossartigen Location mit einem Team, das spürbar das Herz am rechten Fleck hat. Das Potenzial ist ohne Frage vorhanden. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass Küche und Weinservice den letzten Schritt gehen. Auf diesem Preisniveau und mit diesem Anspruch darf die Ausführung noch etwas präziser sein. Denn gerade die kleinen Details sind es, die aus einem sehr guten Restaurant ein aussergewöhnliches machen.
Falls das Team diese Zeilen liest, versteht sie bitte genau so, wie sie gemeint sind: als ehrliches Feedback eines Gastes, der sich gewünscht hätte, dass der Abend in jeder Hinsicht so beeindruckend geworden wäre wie die Lage des Hauses. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg – und vielleicht geben wir euch in Zukunft sehr gerne eine zweite Chance.