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Zürich · Switzerland

Kronenhalle Zürich: Kunst, Wild und ewiger Charme

Zürich · SwitzerlandBesucht am 18. Oktober 2026$$$$

Kronenhalle Zürich: Kunst, Wild und ewiger Charme

Restaurant KronenhalleRestaurantBar

90/100Ausgezeichnet — den Umweg wert

Essen

4.0

Service

5.0

Ambiente

5.0

Weinkarte

4.0

Google

4.6

2'466 Bewertungen

🌐 Website☎ 044 262 99 00
🕐 Öffnungszeiten ▾
  • Monday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Tuesday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Wednesday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Thursday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Friday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Saturday: 12:00 pm – 12:00 am
  • Sunday: 12:00 pm – 12:00 am

Highlights

  • ✦Hervorragendes Wild
  • ✦Hervorragender Service
  • ✦Ambiente
  • ✦Schweizer Legende
  • ✦Personal ist toll

Tiefpunkte

  • ▾Besteck wird beim Tellerwechsel nicht getauscht
  • ▾Warten auf die Wildsauce zwischen den Tellerspeisen
  • ▾Weingläser sind durchschnittlich und brauchen ein Upgrade

Die Zürcher Kronenhalle ist viel mehr als nur ein Restaurant, sie ist eine gelebte Schweizer Legende voller Geschichte und Kunst. Bei meinem letzten Besuch überzeugte die Küche vor allem mit einem handwerklich fantastischen Rehrücken, auch wenn im Detail nicht jeder Handgriff perfekt saß. Wer das klassische Ensemble aus Atmosphäre, Tradition und ehrlichem Handwerk sucht, wird hier einen wunderbaren Abend verbringen.

Lage & Geschichte

An der Rämistrasse 4 am Rande des Bellevueplatzes gelegen, blickt das historische Gebäude aus dem Jahr 1842 auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Was einst als Wohnhaus mit Kutschenremise begann, wandelte sich ab 1924 unter der Regie von Gottlieb und Hulda Zumsteg in eine prachtvolle Gastronomie-Institution. Später prägte ihr Sohn Gustav das Haus, indem er echte Originale von Chagall, Picasso, Miró und Braque an die Wände hängte – ein prachtvolles Ensemble, das bis heute von der Hulda und Gustav Zumsteg Stiftung bewahrt wird und bereits Weltstars wie James Joyce oder Yves Saint Laurent verzauberte.

Der Küchenchef

Am Herd führt seit März 2026 Rino Ricci das Zepter als Chef de Cuisine. Der gebürtige Apulier ist bereits seit dem Jahr 2000 im Haus tätig, hat sich vom Commis de Cuisine über den Chef de Partie bis zum Sous Chef hochgearbeitet und übernahm nun die Nachfolge seines langjährigen Mentors Peter Schärer. Ricci pflegt die legendären Brasserie-Klassiker der Institution mit enormer Hingabe und bereichert die traditionsreiche Schweizer Karte mit feinen italienischen sowie französischen Nuancen.

Ambiente

Das Ambiente ist schlicht beeindruckend, gezellig und voller Nostalgie. Wer den grossen Dining Hall betritt, speist Auge in Auge mit weltberühmten Kunstwerken. Bei meinem Besuch saßen wir im oberen Stockwerk – wo zwar gerade Renovierungsarbeiten an den Fenstern stattfanden, was der zeitlosen Eleganz des Raumes aber kaum einen Abbruch tat. Man hat reichlich Platz an den Tischen und spürt auf Schritt und Tritt das Erbe alter Zürcher Gastfreundschaft.

Service

Der Service wird von sehr zuvorkommenden Herren und einer wunderbaren Direktion geführt, die dem Gast das Gefühl geben, absolut willkommen zu sein. Es ist klassischer Old-School-Service mit viel Herzlichkeit. Einzig bei der Logistik geriet die Abfolge etwas aus dem Takt: Warum der Toast gefühlt einen Flug vor dem Crevetten-Cocktail serviert wird und dann auf sich warten lässt, bleibt wohl ein kleines Rätsel. Auch beim Hauptgang hätte das Timing feiner sein dürfen, als wir auf die frische Wildsauce warteten, während der Teller langsam auskühlte – nou nou, ein kleiner Lapsus, den das charmante Auftreten des Teams aber rasch wettmacht.

Essen & Wein

Kulinarisch bot das Menü echte Glanzlichter: Der klassische Crevetten-Cocktail und die Burrata waren solide Nostalgie auf dem Teller. Das absolute Highlight war jedoch der Rehrücken für zwei Personen. Das Fleisch war perfekt auf den Punkt gegart, begleitet von einer tiefen Jäger-Cremesauce, Spätzle, Rotkraut und zwei Sorten Birne – schlicht lekker! Beim zweiten Teller-Service hätte ich mir allerdings frisches Besteck gewünscht, statt die Gabeln wie auf dem Campingplatz weiterzunutzen. Das Dessert – ein feines Grießköpfli und ein erfrischendes Zitronensorbet mit Philipponnat Champagner – war ein prachtvoller Abschluss. Einzig der finale Espresso war leider völlig wässrig. Die Weinkarte ist gut sortiert, wenn auch recht jung aufgestellt; edle Tropfen wie ein Castello Luigi machten den Abend dennoch önologisch sehr gelungen, wenngleich die Gläser selbst ein kleines Upgrade vertragen könnten.

Guides & Presse — meine Sicht

Der Michelin-Guide empfiehlt das Haus zu Recht, und auch die 14 Punkte von Gault&Millau sowie die 90 Falstaff-Punkte spiegeln das Niveau gut wider. Die Führer schätzen zu Recht das unvergleichliche Ambiente und die stilsichere Brasserie-Küche. Die kleineren Stolpersteine beim Service-Timing und der Temperaturkontrolle zeigen jedoch, dass man hier primär für die Tradition und das Gesamterlebnis speist, weniger für eine makellose Hochpräzisionsgastronomie.

Fazit

Die Kronenhalle bleibt eine Ikone der Zürcher Gastronomie, die man einfach erlebt haben muss. Wenn Du Lust auf herausragendes Wild, beeindruckende Kunstgeschichte und echtes Flair hast, bist Du hier goldrichtig. Trotz kleinerer Abzüge in der B-Note beim Service-Timing und Kaffee ist ein Besuch immer wieder ein wunderbares Erlebnis.

Galerie

Wo war das?

Rämistrasse 4, 8001 Zürich, Switzerland

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