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Lugano · SwitzerlandBesucht am 26. September 2026$$$$

Badalucci in Lugano: Ein Fest für Fischliebhaber

RISTORANTE BADALUCCI - Ristorante specialità pesceRestaurant

92/100Ausgezeichnet — den Umweg wert

Essen

5.0

Service

5.0

Ambiente

4.0

Weinkarte

4.0

Google

4.8

226 Bewertungen

🌐 Website☎ 091 225 16 49
🕐 Öffnungszeiten ▾
  • Monday: Closed
  • Tuesday: 12:00 – 3:00 pm, 7:00 pm – 12:00 am
  • Wednesday: 12:00 – 3:00 pm, 7:00 pm – 12:00 am
  • Thursday: 12:00 – 3:00 pm, 7:00 pm – 12:00 am
  • Friday: 12:00 – 3:00 pm, 7:00 pm – 12:00 am
  • Saturday: 12:00 – 3:00 pm, 7:00 pm – 12:00 am
  • Sunday: Closed

Highlights

  • ✦Sehr entspannende Atmosphäre
  • ✦Köstliches Essen
  • ✦Hauptgang-Fisch war Millisekunden zu lange gekocht
  • ✦Freundlicher Service
  • ✦Eingeschränkte Englischkenntnisse beim Service
  • ✦Ich muss Italienisch lernen

Tiefpunkte

  • ▾Franciacorta-Auswahl ist sehr klein
  • ▾Viele coole Flaschen nicht vorrätig :/
  • ▾TheFork-Reservierungsservice blockiert Gelder auf der Kreditkarte, die vor dem Verlassen des Restaurants nicht freigegeben wurden

Manchmal braucht es gar keinen Blick auf den glitzernden See, um vollkommen glücklich zu sein. Im Ristorante Badalucci in Lugano durfte ich einen Abend erleben, der mich mit seiner ehrlichen, geschmacksintensiven Fischküche und einer wunderbar entspannten Atmosphäre tief beeindruckt hat. Ein paar kleine, charmante Ecken und Kanten gehören schliesslich zu jedem echten kulinarischen Abenteuer dazu, hè?

Lage & Geschichte

Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss eines eher schlichten Wohn- und Geschäftshauses an der Viale Cassarate 3, nur einen kurzen Spaziergang vom malerischen Flussufer und dem Parco Ciani entfernt. Doch lass Dich von der unauffälligen Fassade nicht täuschen, denn diese Adresse atmet pure Tessiner Gastronomiegeschichte: Über vierzig Jahre lang war hier das legendäre, einstmals mit einem Michelin-Stern gekrönte Restaurant "Al Portone" beheimatet. Im Mai 2019 übernahm schliesslich ein neuer Patron die geschichtsträchtigen Räume, um unter dem Namen "Badalucci Taste of Art" frischen, mediterranen Wind hineinzubringen.

Der Küchenchef

Dieser Patron ist kein Geringerer als Marco Badalucci, ein gebürtiger Insulaner von der wunderschönen neapolitanischen Insel Procida. Seine kulinarische Handschrift wurde in absoluten Spitzenhäusern wie dem weltberühmten "Le Calandre" unter Massimiliano Alajmo und dem "Gambero Rosso" unter Fulvio Pierangelini geformt, bevor es ihn als Executive Chef nach Cortina d'Ampezzo und sogar in die Dominikanische Republik zog. Heute bringt er seine tief verwurzelte Liebe zu den Meeresfrüchten seiner Heimat nach Lugano. Seine Küche ist prachtvoll, ungemein produktfokussiert und verbindet traditionelle süditalienische Aromen mit einer herrlich spielerischen Eleganz.

Ambiente

Der Gastraum präsentiert sich äusserst stilvoll, durchdacht und mit angenehm viel Platz zwischen den einzelnen Tischen. Besonders angetan haben es mir die wunderschönen, hochwertigen Gläser – hier hat jemand wirklich mit viel Liebe zum Detail gearbeitet! Es ist zwar kein ikonischer Ort mit direktem Postkartenblick auf den Luganersee, aber das Ambiente ist unaufgeregt, gemütlich und lädt sofort zum Entspannen ein. Ein herrlich gezellig Ort für einen langen, genussvollen Abend.

Service

Der Service war den ganzen Abend über ausgesprochen freundlich, aufmerksam und wunderbar unaufgeregt. Besonders geschätzt habe ich, dass man uns aktiv nach unserem gewünschten Ostinato, also dem Tempo des Menüs, gefragt hat. Die Englischkenntnisse der Brigade waren zwar ein wenig eingeschränkt, aber mit Händen, Füssen und viel Herzlichkeit haben wir uns fantastisch verstanden – ein wunderbarer Ansporn für mich, endlich besser Italienisch zu lernen! Ein kleiner Wermutstropfen war lediglich das Reservierungssystem von TheFork, welches den Garantiebetrag auf der Kreditkarte beim Verlassen des Lokals leider noch blockiert hielt.

Essen & Wein

Nun aber zum Wesentlichen: Das Essen war schlichtweg fantastisch und hat meine ohnehin hohen Erwartungen übertroffen. Das hausgemachte Brot war bereits ein feiner Auftakt, gefolgt von einem hervorragend abgeschmeckten Rindstatar mit Roter Bete und cremiger Burrata – der Kaviar obendrauf war für mich zwar kein absolutes Muss, aber dennoch ein edler Akzent. Die Langustinen danach waren auf den Punkt gegart, und die Zwiebel-Ravioli waren schlichtweg grandios in ihrer Balance und Würze. Auf unseren Wunsch hin zauberte der Chef spontan einen zusätzlichen Foie-Gras-Gang als perfekte Brücke zum Dessert, einer herrlich luftigen, nicht zu süssen "falschen Zitrone". Einzig der Fisch im Hauptgang war eine winzige Millisekunde zu lange gegart, was dem grossartigen Gesamteindruck aber kaum schadete. Die Portionen sind übrigens äusserst grosszügig bemessen – nach diesem Festmahl konnte ich mich kaum noch bewegen! Beim Wein gefiel mir die feine Glaskultur, allerdings ist die Auswahl an Franciacorta enttäuschend klein, und einige spannende Flaschen waren leider nicht vorrätig. Bei einem Fischrestaurant direkt an der Grenze zu Italien dürfte die Weinkarte hier gern noch etwas mutiger und reifer sein.

Guides & Presse — meine Sicht

Der Gault&Millau bewertet das Restaurant mit stolzen 16 Punkten und kürte Badalucci bereits zum "Koch des Monats", während der Guide Michelin das Haus empfiehlt. Die Kritiker loben oft die kreativen, wilden Kreationen wie die "Zero Waste"-Artischocke oder die berühmten flüssigen Ravioli. Ich kann mich diesem Lob nur anschliessen: Die handwerkliche Präzision und der tiefe Geschmack der Saucen sind absolut erstklassig. Warum das Restaurant bisher keinen Michelin-Stern erhalten hat, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel – verdient wäre er allemal. Die Kritik am etwas gestelzten Beinamen "Taste of Art" teile ich zwar im Geiste, aber auf dem Teller zählt schliesslich der Geschmack, und der ist schlichtweg grandios.

Fazit

Das Ristorante Badalucci ist eine absolute Empfehlung für alle, die eine ehrliche, leidenschaftliche und handwerklich herausragende Fischküche suchen. Trotz kleinerer Schwächen bei der Weinauswahl und dem Buchungssystem war es ein rundum gelungener, herrlich entspannter Abend. Wer im Tessin ist, sollte sich dieses kulinarische Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen – ein echtes Stück süditalienische Seele in Lugano!

The Good, the Bad & the Ugly

Was ich vor und nach meinem Besuch in der Presse und online über diese Adresse gelesen habe — hier kurz zusammengefasst, damit du meine Eindrücke einordnen kannst.

The Good

  • ✦Gault&Millau zeichnete Chefkoch Marco Badalucci als "Koch des Monats" aus und erhoehte die Bewertung des Restaurants auf stolze 16 Punkte.
  • ✦Kritiker loben die kreative und wilde Kueche, darunter innovative Kreationen wie die komplett verwertete Artischocke ("Carciofo zero waste") oder kalte Spaghetti mit Wolfsbarsch-Sashimi und Kaviar.
  • ✦Die exzellenten Fischgerichte und Meeresfruechte, die frisch vom Mailaender Markt bezogen werden, ueberzeugen die Tester ebenso wie die hausgemachten Ravioli mit einer intensiven Meeresfruechte-Bouillon.
  • ✦Das Restaurant wird im renommierten Guide Michelin gefuehrt und fuer seine mediterrane, saisonale Kueche geschaetzt.[2]

The Bad

  • ▾Der offizielle Beiname des Restaurants, "A Taste of Art", wird von Gault&Millau als etwas gestelzt kritisiert, da er den Chefkoch unnoetig unter Druck setze.

Wo war das?

Viale Cassarate 3, 6900 Lugano, Switzerland

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