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Sorengo · Switzerland

Felix Lo Basso: Ein Abend zwischen Anspruch und Wirklichkeit

63/100
3.0Remy
G 4.6 · 36
Sorengo · SwitzerlandBesucht am 8. August 2026$$$$

Felix Lo Basso: Ein Abend zwischen Anspruch und Wirklichkeit

FELIX LO BASSO RESTAURANTRestaurant

🏅 Michelin Guide · 1 Michelin Star🏅 Gault&Millau · 16 Gault&Millau points
63/100Unter der LatteDid not make the cut

Essen

3.0

Service

3.0

Ambiente

4.0

Weinkarte

3.0

Google

4.6

36 Bewertungen

🌐 Website091 993 23 88
🕐 Öffnungszeiten
  • Monday: Closed
  • Tuesday: 12:00 – 2:00 pm, 7:00 – 10:00 pm
  • Wednesday: 12:00 – 2:00 pm, 7:00 – 10:00 pm
  • Thursday: 12:00 – 2:00 pm, 7:00 – 10:00 pm
  • Friday: 12:00 – 2:00 pm, 7:00 – 10:00 pm
  • Saturday: 12:00 – 2:00 pm, 7:00 – 10:00 pm
  • Sunday: Closed

Highlights

  • Lage
  • Start mit Trüffel aus dem Meer
  • Zweites Nudelgericht
  • Last-Minute-Reservierung möglich
  • A-la-carte-Menü
  • Freundlich am Telefon
  • Schöner Tisch

Tiefpunkte

  • Manchmal minimal unterwürzt
  • Weinpreise
  • Tischservice
  • Musste Wasser und Wein selbst einschenken

Ein spontaner Anruf, eine wunderbare Dame am Telefon, die Vorfreude gross – mein Besuch im Felix Lo Basso in Sorengo begann unter den besten Vorzeichen. Doch am Ende dieses Abends am malerischen Muzzano-See sitze ich hier und frage mich, wo die Seele dieses eigentlich so vielversprechenden Ortes geblieben ist. Es war ein Abend, der gut begann, aber leider im Laufe der Stunden merklich an Glanz verlor.

Lage & Geschichte

Das Felix Lo Basso Restaurant befindet sich in einer idyllischen Hügellage in Sorengo nahe Lugano und bietet einen malerischen Blick auf das Naturschutzgebiet des Muzzano-Sees. Das geschichtsträchtige Gebäude beherbergte zuvor über viele Jahre das renommierte, mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant Sant'Abbondio des Spitzenkochs Martin Dalsass. Nach seinem Umzug aus Mailand belebte Chefkoch Felix Lo Basso diese traditionsreiche Location im Jahr 2024 mit einem modernen Fine-Dining-Konzept neu.

Der Küchenchef

Felice "Felix" Lo Basso ist der Inhaber und Chefkoch des Hauses, dessen Karriere ihn über Stationen im Grödnertal, nach Mailand und in seine Heimat Apulien führte, bevor er schliesslich im Jahr 2024 sein gesamtes Konzept nach Sorengo verlegte. Seine kreative, anspruchsvolle und oft spielerische Küche verbindet seine süditalienischen Wurzeln aus Apulien mit alpinen Einflüssen aus seiner Zeit in Südtirol. Ein zentrales Element seines Konzepts in Sorengo ist der intime "Chef's Table" für nur 12 Personen, an dem er ein stetig wechselndes Überraschungsmenü direkt am Tresen serviert. Für seine Arbeit wurde er im Guide Michelin Schweiz 2025 bereits wieder mit einem Stern ausgezeichnet.

Ambiente

Die Location ist prachtig – sie liegt fast wie in einem kleinen, dichten Dschungel versteckt, herrlich ruhig und naturnah. Die Terrasse ist wunderbar einladend und auch der Innenbereich präsentiert sich äusserst stilvoll und geschmackvoll eingerichtet. Ein paar lästige Mücken auf der Terrasse wurden elegant mit bereitgestelltem Mückenspray bekämpft. Das Ambiente bekommt von mir eine solide Bewertung von vier von fünf Sternen, denn hier lässt es sich wahrlich gezellig verweilen, wenn denn das Drumherum stimmen würde.

Service

Der Service startete äusserst freundlich und aufmerksam, doch leider fiel das Kartenhaus schnell in sich zusammen, als die Terrasse sich mit gerade einmal acht Gästen füllte. Wenn ich in der gehobenen Gastronomie mein Wasser und meinen Wein selbst nachschenken muss, weil das Personal den Blick für den Tisch verliert, schmerzt das mein Gastro-Herz. Es fehlte an grundlegendem Training und der nötigen Professionalität; es gab kein Amuse-Bouche, keine spielerischen Aufmerksamkeiten zum Kaffee und am Ende nicht einmal die Frage, ob man uns ein Taxi rufen dürfe. Auf die Frage, ob das Menü nun beendet sei, entgegnete der Kellner nur salopp: "Sollen wir noch einen Tanz aufführen?" Nou nou, das ist dann doch eine Spur zu informell.

Essen & Wein

Wir wählten das "Mare"-Menü für 130 Schweizer Franken für vier Gänge. Der Einstieg mit einem Jakobsmuschel-Tartar war optisch schön, hätte aber für meinen Geschmack etwas mehr Pep und Gewürz vertragen. Die anschliessende Pasta war schlichtweg hervorragend gekocht und präzise ausgeführt. Der Steinbutt im Hauptgang, serviert als pochierte Rolle mit Gemüse, war zwar handwerklich gut, blieb geschmacklich aber etwas blass. Enttäuschend war die extra bestellte Fritto Misto für stolze 55 Franken: Sie war schlicht zu lange in der Fritteuse, trocken und die Garnelen hatten ihre feine Süsse verloren – da isst man an der italienischen Küste für einen Bruchteil des Preises weitaus besser. Das Dessert mit Minzeis war wiederum technisch hervorragend und sehr stimmig. Die Weinkarte ist ordentlich, verlangt aber für einige Positionen wie einen Krug Champagner für 690 Franken sportliche Preise. Positiv fällt auf, dass man gegen ein faires Zapfengeld seine eigene Flasche mitbringen darf.

Fazit

Es tut mir im Herzen weh, doch am Ende fehlte diesem Abend die Leidenschaft und die Seele. Die Küche besitzt zweifellos das handwerkliche Geschick für einen Michelin-Stern, doch die Umsetzung wirkt seltsam lieblos und emotionslos – diese Leidenschaft kommt einfach nicht auf dem Teller des Gastes an. Zusammen mit dem schwachen Service kann ich das Restaurant trotz der traumhaften Kulisse derzeit leider nicht empfehlen.

The Good, the Bad & the Ugly

Was ich vor und nach meinem Besuch in der Presse und online über diese Adresse gelesen habe — hier kurz zusammengefasst, damit du meine Eindrücke einordnen kannst.

The Good

  • Einzigartiges Chef's-Table-Konzept mit nur 12 Sitzplätzen direkt an der Theke rund um den Arbeitsbereich des Chefs, das Barrieren zwischen Gast und Koch abbaut und Interaktion fördert[1][4][5]
  • Hervorragende Balance zwischen mediterranen Wurzeln, Kreativität und Innovation – eine Autorenküche nach dem Credo «Innovieren, ohne zu vergessen, wer wir sind»[2][4][1]
  • Idyllische Lage im Grünen mit Blick auf das Naturschutzgebiet Muzzano, im ehemaligen Kult-Restaurant Sant'Abbondio von Martin Dalsass[1][6][4]
  • Schnelle Auszeichnung mit einem Michelin-Stern für die Schweizer Dependance im Guide 2025 – nur rund acht Monate nach der Eröffnung im Februar 2025[7][6][5]

The Bad

  • Das Überraschungsmenü am Chef's Table ist laut Restaurantangaben ungeeignet für Gäste mit starken Allergien oder Unverträglichkeiten; Anpassungen sind nur nach vorheriger Anfrage per E-Mail möglich[8]
  • Das Chef's-Table-Erlebnis (Dauer mindestens zwei Stunden) wird laut Restaurantangaben für Kinder unter 10 Jahren nicht empfohlen – Familien wird das À-la-carte-Angebot nahegelegt[8]
  • Strenge Stornierungsbedingungen: Bei kurzfristigen Absagen unter 48 Stunden oder Nichterscheinen werden CHF 150 (Mittag) bzw. CHF 220 (Abend) pro Person berechnet[8]

The Ugly

  • 🤠Der lautstarke und medienwirksame Abschied des Chefs aus Mailand, bei dem er die Stadt als «odiosa» – teuer, unsicher und verlogen – kritisierte[3][5]

Galerie

Wo war das?

Via Fomelino 10, 6924 Sorengo, Switzerland

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