Luzern · Switzerland
Lichtblick im Service, Schatten in der Küche
Lichtblick im Service, Schatten in der Küche
Restaurant ScalaRestaurantAussicht
Essen
2.0
Service
5.0
Ambiente
4.0
Weinkarte
3.0
4.8
920 Bewertungen
🕐 Öffnungszeiten ▾
- Monday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Tuesday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Wednesday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Thursday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Friday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Saturday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
- Sunday: 12:00 – 1:30 pm, 6:00 – 9:30 pm
Highlights
- ✦Service
- ✦Sommelier
- ✦Brigitte
- ✦Panorama
Tiefpunkte
- ▾Ceviche
- ▾Risotto
- ▾Wolfsbarsch
- ▾Essen im Allgemeinen
Ein atemberaubender Blick über den glitzernden Vierwaldstättersee, ein hochprofessioneller Service und eine Weinkarte, die das Herz erwärmt – das Restaurant Scala im Art Deco Hotel Montana bietet eigentlich alle Zutaten für einen unvergesslichen Abend. Doch während die Kulisse und die Mannschaft im Service glänzen, erlebte ich die Küche bei meinem Besuch leider als das schwächste Glied der Kette. Am Ende bleibt ein sehr gemischtes Gefühl bei einem an sich prachtvollen Ausflug.
Lage & Geschichte
Das Restaurant Scala thront in einer spektakulären Hanglage an der Adligenswilerstrasse im Luzerner Haldenquartier. Es bildet das kulinarische Herzstück des renommierten Art Deco Hotel Montana, das im Jahr 1910 eröffnet wurde und als eines der letzten grossen Palasthotels der Stadt gilt. Eine historische, elektrische Standseilbahn bringt Dich in nur 60 Sekunden von der Uferpromenade hinauf zum Hotel, was dem Besuch von Anfang an einen Hauch von Nostalgie und Exklusivität verleiht.
Der Küchenchef
Seit Januar 2007 lenkt der gebürtige Niederländer Johan Breedijk die kulinarischen Geschicke im Restaurant Scala. Nach seiner Ausbildung in einem heimischen Michelin-Sterne-Betrieb zog es ihn für 15 Jahre ins Tessin, wo er sich rasch einen Namen machte und schliesslich in Luzern sesshaft wurde. Seine Küche gilt klassischerweise als kreativ und mediterran inspiriert, wobei er stets versucht, Einflüsse aus dem Tessin und Südeuropa auf den Teller zu bringen. Das Wirtschaftsmagazin Bilanz kürte ihn sogar zum Hotelkoch des Jahres 2026 – nou nou, da sind die Erwartungen natürlich hoch gesteckt.
Ambiente
Das Ambiente ist schlichtweg traumhaft, besonders wenn Du das Glück hast, einen Tisch auf der Terrasse zu ergattern. Der Blick über den See und die Dächer von Luzern ist spektakulär und sorgt sofort für eine wunderbar entspannte, lebendige Atmosphäre. Das Publikum ist bunt gemischt, was dem Ganzen eine angenehm unaufgeregte Dynamik verleiht. Es ist wahrlich ein Ort zum Verweilen, an dem man sich sofort gezellig und willkommen fühlt.
Service
Der Service war für mich der absolute Höhepunkt des Abends und hat die Schwächen der Küche bravourös abgefedert. Ein äusserst aufmerksamer Herr im Service glänzte mit Charme und schlug uns ganz spontan einen wunderbaren Tischwechsel vor. Unsere Kellnerin Brigitte machte ebenfalls einen fantastischen Job; sie ging hochprofessionell und charmant mit unserer ehrlichen Rückmeldung zum Essen um, was sicher nicht einfach war. Die Service-Crew wird hier leider von der Küche im Stich gelassen – wenn die Teller nur halb so viel Esprit versprüht hätten wie die Mannschaft im Saal, wäre es ein perfekter Abend geworden.
Essen & Wein
Kommen wir zum Wein, der glücklicherweise für viel Freude sorgte: Der Sommelier machte seine Sache hervorragend, und der von uns gewählte Castello Banfi war schlichtweg phänomenal. Das Essen hingegen war eine herbe Enttäuschung. Die Ceviche war erschreckend arm an Säure und Tiefe – lebensmitteltechnisch natürlich völlig unbedenklich, aber geschmacklich einfach flach und ohne jede Dimension. Das Risotto mit Jakobsmuscheln präsentierte sich lieblos, matschig und völlig unterwürzt, während den Muscheln jegliche Röstung fehlte. Auch der Wolfsbarsch enttäuschte: ein an sich herrlich fetter Fisch, der hier jedoch trocken, fast kreidig und völlig unzureichend gewürzt serviert wurde. Auf dem anschliessenden Käseteller entdeckten wir zudem kleine Schönheitsfehler, die uns der Service nach kurzem Hinweis aber gut erklärte.
Guides & Presse — meine Sicht
Der Gault&Millau bewertet das Restaurant Scala beständig mit stolzen 15 Punkten, und Falstaff vergibt grosszügige 91 Punkte. Ich muss ganz ehrlich sagen: Nach meiner Erfahrung kann ich diese hohen Bewertungen beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die Presse bemängelt gelegentlich, dass Küchenchef Breedijk dazu neigt, zu viele Komponenten auf die Teller zu bringen, was die Gerichte überlädt. Dem stimme ich vollkommen zu – beim Risotto war einfach viel zu viel los, was jedoch nicht von der handwerklich schwachen Zubereitung ablenken konnte. Hier klaffen Anspruch der Guides und die Realität auf dem Teller weit auseinander.
Fazit
Das Restaurant Scala ist ein wunderbarer Ort für ein exzellentes Glas Wein, getragen von einem erstklassigen Service und einer unbezahlbaren Aussicht. Wer jedoch ein kulinarisches Highlight sucht, wird hier derzeit enttäuscht. Wir können nur hoffen, dass die Küche bald wieder zu alter Form aufläuft oder einen dringend nötigen Reset erfährt, um dem grossartigen Service und der prachtvollen Lage wieder gerecht zu werden.
The Good, the Bad & the Ugly
Was ich vor und nach meinem Besuch in der Presse und online über diese Adresse gelesen habe — hier kurz zusammengefasst, damit du meine Eindrücke einordnen kannst.
The Good
- ✦Die atemberaubende Aussicht von der Terrasse auf den Vierwaldstättersee, die Stadt Luzern und die umliegenden Berge wird von Kritikern und Gästen regelmässig in den höchsten Tönen gelobt.[2][4]
- ✦Gault&Millau zeichnet das Restaurant unter der Leitung von Küchenchef Johan Breedijk beständig mit hervorragenden 15 Punkten aus.[2][4]
- ✦Das stilvolle Art-Deco-Ambiente des Gastraums, das durch eine millionenschwere Renovierung im Jahr 2024 noch frischer und moderner gestaltet wurde, überzeugt gestalterisch auf ganzer Linie.
- ✦Die Weinkarte sowie das reichhaltige, liebevoll präsentierte Brotbuffet zu Beginn des Essens hinterlassen bei Kritikern einen bleibenden, positiven Eindruck.[1]
The Bad
- ▾Gault&Millau bemängelte bei einem Kingfish-Gericht das unausgewogene Verhältnis der Zutaten, da der Teller mit sehr viel Gemüse, aber nur äusserst wenig Fisch serviert wurde.[4]
- ▾Kritiker merken an, dass der Küchenchef Johan Breedijk bei seinen Kreationen manchmal dazu neigt, lieber ein paar Komponenten zu viel als eine zu wenig auf den Teller zu bringen.
- ▾Die vegane Auswahl auf der Speisekarte wird von Gästen als eher überschaubar und nicht besonders gross beschrieben.[3]
Galerie
Wo war das?
Adligenswilerstrasse 22, 6006 Luzern, Switzerland